Grusswort

Liebe Erlangerinnen und Erlanger!

Lassen Sie uns Erlangen vom 12. bis 16. Juli – für fünf Tage – verwandeln und positive Zeichen setzen. Zu sehr steckt man im alltäglichen Grau-in-Grau fest, ohne die unbegrenzten Möglichkeiten zu sehen, die nur darauf warten, ergriffen zu werden. Solange wir passiv bleiben, erscheint alles unveränderbar und bedeutungslos. Dabei sollten wir die Welt als ein Produkt unseres eigenen Handelns verstehen. Dann können wir sie auch verbessern. Utopien sind geradezu wieder „in“ geworden, d. h. dass man anhand von ihnen Kritik an der momentanen Gesellschaft üben möchte, ohne dabei die Visionen, Träume und Wünsche aus den Augen zu verlieren.

Die Utopiensuche rückte in der zweiten Hälfte der Spielzeit nicht nur beim Regienachwuchswettbewerb, sondern auch bei allen Extras in den Vordergrund. Höhepunkt dieser thematischen Reise bildet das partizipative Stadtteilprojekt Abschaffen+Anfangen von und mit dem Künstlerkollektiv Turbo Pascal im Rahmen des Utopien-Fests. Doch dabei geht es um viel mehr. Die Utopie „Bürgerbeteiligung“ wird auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft: Für das Utopien-Fest wurde die ganze Stadt zum Mitmachen aufgerufen. Ca. 60 Institutionen, Vereine, Ämter, Initiativen oder Privatpersonen meldeten eine Aktion an. Das Theater koordinierte die Beiträge. Die Ausgestaltung der einzelnen Aktionen liegt ganz bewusst bei den Teilnehmenden selbst. Wie viele Bürger*innen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu „Utopist*innen“ werden, wissen wir gar nicht genau. Auf alle Fälle läuft an diesen fünf Tagen die Uhr ein bisschen langsamer, wenn alle zum Innehalten, Nachdenken und Verändern einladen. Im wahrsten Sinne des Wortes werden Freiräume geschaffen, wie z. B. vom Umweltamt durch begrünte und stillgelegte Parkplätze. Sowohl musikalisch als auch akademisch oder spielerisch wurde sich mit dem Thema auseinandergesetzt. Verschiedene Filme oder Diskussionen beleuchten einzelne Aspekte für die Zukunft der Schule, über das Wohnen bis hin zur Ernährung. Ganz konkret wird es beim Anwohner-Frühstück in der Altstadt, wenn für die Utopie einer autofreien Innenstadt die Straße besetzt wird.

Viele Aktionen im öffentlichen Raum fordern zum Mitmachen auf. Nun liegt es auch an Ihnen, wie viele von diesen Utopien gehört und weitergetragen werden. Bleiben Sie offen, gelassen und neugierig. Gemeinsam können wir viel erreichen.

Wir wünschen Ihnen inspirierende Tage!

Katja Ott (Intendantin) & Karoline Felsmann (Initiatorin Utopien-Fest)