Den ersten Schritt wagen …

Nichts ist so sicher wie die Veränderung. Und das nicht erst seit gestern. Und trotzdem machen Veränderungen uns häufig Angst, weil wir nicht wissen, wie unser Leben zukünftig aussehen wird. Vor allem, wenn die Vergangenheit oder Gegenwart im Gegensatz zu dem, was kommen wird, als „eigentlich ganz gut“ erfahren wird. Wird es uns besser oder schlechter gehen als vorher? Mir persönlich, als Einzelperson, und uns allen, als Gesellschaft? Nicht ganz zufällig erfüllen uns Zukunfts-Dystopien, also die Beschreibung einer für den Menschen und seine Umwelt negativen Zukunft, mit einer Mischung aus wohligem Schauer und diffuser Sorge. Zwar erinnern sie uns daran, dass die Welt nicht so bleiben wird, wie sie ist. Was aber oftmals unausgesprochen bleibt, ist die Frage nach dem „Was tun?“. Gerade in Zeiten, in denen wir meistens nicht mehr viel von der Zukunft erwarten. Dabei hätten wir die Gegenwart der westlichen Welt vor 200 Jahren wahrscheinlich noch als fantastische Utopie bezeichnet. Die Lebenserwartung hat sich verdoppelt, die Kindersterblichkeit ist drastisch zurückgegangen, niemand muss vom Zugang zu den wichtigsten Ressourcen wie Nahrung oder Energie abgeschnitten leben. Warum das so ist, fragen wir uns allerdings meistens nicht mehr. Dabei ist das, was uns heute als selbstverständlich erscheint, die Realität der Utopien von gestern. Deshalb darf es nicht darum gehen, einen vermeintlichen Status quo zu zementieren, sondern weiterzudenken. Und mit kühlem Kopf den Blick nach vorn auf die gesellschaftlichen Herausforderungen dieses Jahrhunderts zu richten.

Das wollen wir auch im Rahmen des Utopien-Fests versuchen. Mit vielen Köpfen und Herzen der Erlanger Stadtgesellschaft zugleich. Denn die Geschichte der Utopie ist immer auch eine Geschichte der Veränderung. Spätestens wohl seit die Menschheit sich die Mythen vom verloren gegangenen Paradies erzählt. Mit dem Verve des Aufbrechens in eine unbekannte Welt wollen wir uns während des Utopien-Fests risikolos und konsequenzvermindert – wie im Theater – Zeit nehmen, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, auch mal „ins Blaue hinein“ zu träumen, etwas nicht zu Ende Gedachtes auszuprobieren und durch die Beteiligung der vielen Initiativen, Vereine und Privatpersonen das Bewusstsein für die Zukunft Erlangens und darüber hinaus zu schärfen.
Vielleicht kann das Mut machen, aktiv und wach zu bleiben für eine Welt, die uns verändert und von uns verändert wird. Heute und morgen.

Wie viel Utopie am Ende des Tages übrig bleibt, ist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist es, den ersten Schritt zu wagen. Und dann den nächsten.

Udo Eidinger
(Organisation Utopien-Fest)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s